Das Schloß Wolfsberg oberhalb Ermatingen in der Schweiz.

Der Wolfsberg als Kurhaus-Hotel-Pension unter Karl Bürgi Junior, (1870 - ?) Faltbare Werbepostkarte um1910

Am  2. Juni 1595  ging der Wolfsberg  vom Kloster Rheinau durch  Kauf an  Junker Friedrich Gelderich von Sigmarshofen über. Die Gelderich von Sigmarshofen stammten aus Ravensburg wo bereits 1501 ein Friedrich Gelderich  die  Burg  Sigmarshofen im Amt Grünkraut, 71/2 km südöstlich von Ravensburg  besessen hatte.

Der neue Besitzer von Wolfsberg, Hans Friedrich Gelderich von Sigmarshofen, verheiratet mit Margaretha von Schulthaiss aus Konstanz, wusste mit einem gewissen Takt aufzutreten. Erd genoss von Anfang an in der Gemeinde, wie auch bei den Inhabern der benachbarten Edelsitze ein größeres Zutrauen, als sein Vorgänger. Er vergrößerte sein Gut durch verschiedene namhafte Landzukäufe um die Höfe Höhnwilen und erhielt von dem zu Baden versammelten Gesandten der 7 alten Orte am 6.Juli 1595 die niedere Gerichtsbarkeit im Umfang seines eigenen Schloßgutes, soweit solches sein freies Eigentum war. Damit gehörte der Wolfsberg über 200 Jahre, bis zum Ende der Feudalzeit, den Thurgauischen Freisitzen

Als Friedrich Gelderich im Jahre 1610 starb, wurde er in der Kirche zu Ermatingen beigesetzt. Bei der Kirchenrenovierung im Jahre 1899 kam unter dem reformierten Taufstein eine Grabplatte aus Sandstein zum Vorschein, auf welcher nach gründlicher Reinigung die  nachfolgende Grabschrift zu lesen war:


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< Den sibend Tag May im 1610 Jahr
            Ist Gott befolen der Edel und vest

            Hans Friedrich Gelderich von Sig-
            Marshofen zu Wolffenberg, dem Gott
            Gnädig sein wolle, Amen >

Darüber befindet sich gekreuzt das Wappen der Sigmarshofen und das seiner Frau, von Schulthaiss. Die Grabplatte ist vom damaligen Besitzer des Wolfsbergs erworben und links neben dem Eingang zur Kapelle aufgestellt worden.

Nun ging der Freisitz Wolfsberg zuerst auf die Gemahlin des Verstorbenen, Frau Margaretha Gelderich geb. Schluthaiß über , die ebenfalls noch Land hinzukaufte.  Im Jahre 1614 erbte der Sohn Junker Johann Friedrich Gelderich das vergrößerte Besitztum.  Unter diesem jüngeren Hans Gelderich von Sigmarshofen wurde der Freisitz Wolfsberg im Februar 1614 durch den Zukauf des reichenauischen Lehenshof Oberhöhnwilen wesentlich vergrößert. Ferner erwarb er am 25. März 1615 ein anderes Haus und Güter zu Höhnwilen, und schließlich 1616 noch ein anderes Haus und Liegenschaften in der Nachbarschaft. Außerdem ließ er die baufälligen Gebäude abreißen und baute ein neues, zweistöckiges Bauernhaus, bestehend aus Wohnhaus,  Stadel,  Scheune,  Speicher usw.

Junker Hans Wilhelm Gelderich von Sigmarshofen erscheint in dem  am 20. März 1623 erneuerten Güterbeschrieb von Höhnwilen als Besitzer des Hofes. Die Urkunde erhält den Vermerk -und ist der Hof von neuem wiederum erbauen-, was darauf schließen lässt, dass derselbe inzwischen durch Feuer zerstört worden war.  Auf jeden Fall war Junker Hans Wilhelm schon im Jahre 1623 Besitzer von Wolfsberg und Höhnwilen. Denn am 4.März dieses Jahres kaufte er eine 11/2 Juchart große Wiese in der Nähe von Höhnwilen. Am 25. Mai 1628 erwarb er den Hof Römerstall (später auch Rennenstall genannt) samt  Güter im Umfang von ca. 10 Jucharten.

Junker Hans Wilhelm  ist am 25. Januar 1651 gestorben. Laut testamentarischer Verfügung vom 17.März des Jahres 1657 hinterließ er den Freisitz Wolfsberg seinen zwei Söhnen Ludwig Friedrich und Georg Leopold.  Sicherlich handelt es sich hier um eine Verwechselung und 57 soll 51 heißen.  Bei der Teilung am 27. März 1657 fiel der Wolfsberg dem Jüngeren, Junker Georg leopold Gelderich zu.  Um die Jahrhundertwende, am 01.01.1701 ist Junker Georg Leopold gestorben, und am 18. Mai 1701 bittet dessen Sohn Junker Georges Friedrich Gelderich den Bischof von Konstanz, als Abt der Reichenau, um die Erlaubnis, den Lehenshof Höhnwilen zu verkaufen, wie es schon die Absicht seines inzwischen verstorbenen Vaters gewesen sei. Zwei Tage später erhält er vom Bischof die Bewilligung. Tatsächlich war zu jenem Zeitpunk, sowohl der Freisitz Wolfsberg wie der dazugehörende Lehenhof Höhnwillen schon in anderem Besitz.

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Der Wolfsberg und seine Besitzer:

- Bau um 1576 Wolf Walter von Gryffenberg, x Margaretha Muntprat
- Kauf 2.6.1595 par Friedrich Gelderich von Sigmarshofen ( 1610) x 1602 Margaretha von Schulthaiss
- Erbschaft 1610: Margaretha Gelderich née von Schulthaiss
- Erbschaft 1614: Johann Friedrich Gelderich von Sigmarshofen ( um 1638)
- Erbschaft um 1623: Hans Wilhelm Gelderich von Sigmarshofen ( 25.01.1651)
- Erbschaft 27.3.1657: Georg Leopold Gelderich von Sigmarshofen ( 01.01.1701) x1 1666 Eva Christina von Remchingen 2 Maria Elisabethe von Rothberg
- Erbschaft um 1700: Georg Friedrich Gelderich von Sigmarshofen
- Kauf am 04.02.1701: Herzog Leopold Eberhard von Württemberg (1670–1723) x Anna Sabina née Hedwiger (1676–1735)
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Nach dem Kauf durch Herzog Leopold Eberhard von Württemberg wechselte der Wolfsberg noch 27 mal seine Besitzer bevor ihn am 08.12.1970 die UBS AG erworben und zu einem executive development centre an- und ausgebaut hat

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Der Wolfsberg heute.

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Die Besitztümer