Die öffentlichen Ämter der GELDREICH.

Ravensburg / Deutschland:
<<Sie machten sich um ihre Heimatstadt verdient...>> schrieb Alfons Dreher, ehemaliger Ravensburger Archivar. Schließlich weist er noch auf die eigenartige Laufbahn hin, die sich im Anschluß an die Posten des Stadtschreibers und des Stadtsyndikus entwickelte und somit dem Stadtregiment der Barokzeit sein Gepräge gab. Sie hatte eine ausgesprochene Bürokratisierung des ganzen Stadtwesens zur Folge, blieb aber weitgehend ein Vorrecht des Patriziats. Zuerst wurde beschlossen, dem Stadtschreiber die Anwartschaft auf die erledigte Syndikatsstelle einzuräumen. Es rückte also im Normalfall der jeweilige Kanzleiverwalter in die besser bezahlte Syndikatstelle auf. Letztere galt als Sprungbrett für die Ratsmitgliedschaft. Besonders, wenn es dem Bewerber gelang, sich nobilitieren zu lassen und so Anschluß an das Patriziat zu finden. Saß man als Rechtskundiger einmal im Rat, so fiel der Schritt zum Stadtamman und zum Bürgermeister nicht mehr allzu schwer.

Fast auf das Jahr genau belegten die Gäldrich 100 Jahre lang, entweder das Bürgermeisteramt oder das des Stadtammanes (Vorsitz im Stadtgericht). Als Stadtoberhaupt, Stadtamman haben wir zuerst Konrad Gäldrich (Konrad III) der danach auch mehrmals als Bürgermeister der Stadt Ravensburg erscheint.


Auflistung aller G. in dem Amt als Stadtoberhaupts der Stadt Ravensburg:
Stadtamman
von - bis
Name Bürgermeister
von - bis
Name
. . 1463 – 1464 Konrad Gäldrich
. . 1465 – 1466 Konrad Gäldrich
1467 – 1468 Konrad Gäldrich . .
1469 – 1470 Konrad Gäldrich . .
1471 – 1472 Konrad Gäldrich . .
1473 – 1474 Konrad Gäldrich .. ..
1477 – 1478 Konrad Gäldrich . .
1484 – 1485 Konrad Gäldrich . .
1484 – 1487 Konrad Gäldrich . .
1488 – 1489 Konrad Gäldrich .. .
1490 – 1491 Konrad Gäldrich . .
. . 1502 – 1503 Hans Gäldrich
1504 – 1505 Hans Gäldrich . .
1506 – 1507 Hans Gäldrich . .
1510 – 1511 Hans Gäldrich . .
1512 – 1513 Hans Gäldrich . .
1514 – 1515 Hans Gäldrich . .
1516 – 1517 Hans Gäldrich . .
1518 – 1519 Hans Gäldrich . .
.. .. 1526 – 1527 Konrad Gäldrich
.. .. 1528 – 1529 Konrad Gäldrich
1530 – 1531 Konrad Gäldrich . .
.. .. 1543 – 1544 Konrad Gäldrich
.. .. 1545 – 1546 Konrad Gäldrich
.. .. 1547 – 1548 Konrad Gäldrich
1549 – 1550 Konrad Gäldrich . .
1551 – 1552 Jakob Gäldrich . .
1553 – 1556 Jakob Gäldrich . .
1557 – 1558 Jakob Gäldrich . .
1559 – 1561 Konrad Gäldrich . .
1562 – 1564 Konrad Gäldrich . .
Wien / Österreich:
Gelderich als Bürgermeister in Wien. Er war der Sohn von Konrad III, der erste oben genannte Stadtamman bzw. Bürgermeister von Ravensburg. Friedrich Gelderich ist am 15.08.1507 gestorben und wurde in St. Stephan zu Wien begraben.

Montbéliard / Frankreich:
Hans Wilhelm Geldrich; geboren am 14. Mai 1583 in Ravensburg als Sohn des Hans Friedrich und der Margaretha Schulthaiss. Er war 1608 geheimer Rat des Fürst zu Württemberg und begleitete diesen auf seinen Wegen. Ein Sitz hatte der Fürst in Mömpelgart, das heutige Montbéliard in Frankreich. Dort war Junker Hans Wilhelm Gelderich von Sigmarshofen auch Mitglied des Stadtrats und 1615 Führer der Stadtwache. Am 08.01.1618 wurde er Bürgermeister und Vogt (Gerichtsverwalter bzw. Schirmherr des Gemeindebezirks) von Mömpelgart. Hans Wilhelm Geldrich von Sigmarshofen ist am 25. Januar 1651 gestorben und anschliessend im Basler Münster bestattet worden.

Oberkirch / Deutschland:
Josef Geldreich (1851 - 1932): Dieser Mann, der am 20.03.1878 das Amt als Bürgermeister antrat, war nicht nur derjenige Oberkircher Bürgermeister, der in großherzoglich-badischer Zeit am längsten, nämlich 30 Jahre, Stadtoberhaupt war, sondern auch zur überragenden Persönlichkeit unter den Bürgermeistern Oberkirchs von 1802/03 - 1918 wurde.
Josef Geldreich erklärte sich im Jahre 1883 auf Drängen seiner Parteifreunde erstmals bereit, für die Nationalliberale Partei bei den Wahlen zur 2. Kammer des badischen Landtages im 28. Wahlbezirk Oberkirch-Achern zu kandidieren. Erst im zweiten Anlauf, 1887, gewann er den Wahlkreis Oberkirch-Achern für sich. 1895 wurde er nochmals für vier Jahre in den badischen Landtag gewählt. 1900 forderte ihn die Nationalliberale Partei auf, er möge bei der Reichstagswahl dieses Jahres im Wahlbezirk Offenburg-Oberkirch-Kehl kandidieren. Josef Geldreich lehnte dieses Angebot ehrenvoll ab, weil er bei einem eventuellen Wahlsieg wohl zu viele Aufgaben auf sich zukommen sah.
Die wohlverdienten Ehrungen für die geleistete Arbeit blieben nicht aus: Im April 1889 verlieh ihm der Großherzog Friedrich I. das Ritterkreuz des Zähringer Löwen. Im Jahre 1908 erhielt Josef Geldreich das Eichenlaub vom Zähringer Löwen-Orden.
Nachdem Josef G. im Frühjahr 1908 aus gesundheitlichen Gründen seinen Bürgermeisterposten niedergelegt hatte, ernannte ihn die Stadt Oberkirch am 11.08.1908 in Anerkennung seiner Verdienste, die er sich während seiner langjährigen Tätigkeit als Bürgermeister um das Gemeindewohl erworben hat, zum Ehrenbürger der Stadt Oberkirch. Dennoch zog sich J.G. nach seiner Abdankung als Bürgermeister nicht ganz aus der Kommunalpolitik zurück, sondern kandidierte im Jahr 1911 für das Amt eines Stadtrates in Oberkirch. Er starb 1932.
Weitbruch / Frankreich:
41 Jahre hatten die Geldreich das Amt als Bürgermeister in diesem elsässischem Städtchen inne. Die Amtszeit teilte sich auf die drei Herren wie folgt auf:

GELDREICH Auguste,
1858 geboren
Bürgermeister von 1919 bis 1925
Gestorben 1927.

GELDREICH Charles,
1890 geboren
Bürgermeister von 1945 bis 1953
Gestorben 1972.

GELDREICH Charles,
1928 geboren als Sohn des zuvor gen.Charles G.
Bürgermeister von 1971 bis 1995
lebend.
Home