Die Herkunft und der Weg der GELDREICH.

Wie Sie auf der Seite "Der Name" entnehmen konnten, liegen Vermutungen an, dass die Geldreich, Geltrich / Gäldrich, Gelderich, Göldrich usw. aus der Schweiz kommen. Die ersten Spuren die wir dort gefunden haben und die uns in das Jahr 1103 zurück führen, konnten bisher nicht mit den aus Ravensburg in Deutschland verbunden werden. Das was wir über Gelterkinden wissen, haben wir von dort. Leider gibt es nicht mehr Informationen über diesen Franken namens Geltrich und seiner Sippe, dem angeblichen Gründer des Dorfes.

Nach gründlicher Untersuchung der Ravensburger Bürgerlisten ist es sicher, dass dort die Wurzeln unserer Familie zu finden sind. In vielen Büchern fanden wir immer wieder die selben Aussagen und Bestätigungen wie zum Beispiel folgender Auszug:

"Die Geldrich gehörten, namentlich im 15. und im 16. Jahrhundert, zu den angesehensten Geschlechtern der Reichsstadt Ravensburg; der hier genannte Hainrich Gäldrich ist wahrscheinlich der Sohn des Friedrich Geldrich, Bürgerliste 27.III.1350 (22 und 23) und wird 1350, 1361 und 1364 als Bürge erwähnt. Friedrich Geldrich wird erstmals in der Bürgerliste 1326 als Bürge erwähnt, außerdem 1335, 1347 und 1350, zusammen mit Conrad Gäldrich, höchst wahrscheinlich seinem Bruder, 1335, 1338 und 1350; Conrad wird 7.II.1331 Bürger, wobei er seinen Anteil an dem Hause seines Schwiegervaters Distel verbürgt und wird 1364 allein 13 mal als Bürge in der Bürgerliste erwähnt."

Der ehemalige Ravensburger Archivar, Alfons Dreher schreibt in seinem Buch, „Das Patriziat der Reichsstadt Ravensburg“ auf den Seiten 191, 192 und 193 unter anderem folgendes:

"1408 wurden Konrad und 1410 Heinz, Brüder, gegen eine Bürgschaft von 10 Pfd. Pfg. Ravensburger Bürger. Ungefähr gleichzeitig mit den Brüdern ist ein anderes Brüderpaar anzusetzen, der Abt Johann von Rot (1407 – 1413) und der Konventual Heinrich in Weingarten (gestorben 1430). Sie waren die Söhne des bis 1383 nachweisbaren Ravensburger Bürgers Friedrich. Konrad I mit Margarete, Tochter des Hans Hüpschli, zur Frau, beider Sohn, Konrad III, die Margareta Täschlerin. Anderseits war Konrad II des Jahres 1441 mit Anastasia Brandissin vermählt. Er war ein Sohn des damals schon verstorbenen Heinz, des Neubürgers von 1410.

Von den drei Konrad tritt Konrad III bei weitem am stärksten hervor. Er war mehrmals Stadtammann (Vorsitz im Stadtgericht) und Bürgermeister der Stadt. 1481 wird er nach der Burg Sigmarshofen benannt, er wird sie wohl erworben haben. Im 16ten. Jahrhundert begegnen uns nochmals zwei Konrad, von denen der ältere eine Ankenreute zur Frau hatte. Ein seit 1473 vorkommender Hans der zur Frau Barbara Humpis von Schachen hatte. Von den späteren Gäldrich ist vor allem Jakob zu nennen, der ebenfalls der öfteren Bürgermeister der Stadt Ravensburg war.

1494 finden wir ein Friedrich Gelderich, Sohn der oben genanntenKonrad III und Margareta Täschlerin, als Bürgermeister in Wien.

1595 erscheinen die Gelderich in der Schweiz. Dort hat Hans Friedrich Gelderich aus Ravensburg den Freisitz Wolfsberg erworben. Friedrich G. ist am 7.5.1610 gestorben. Der Wolfsberg ging zuerst an die Frau, Margaretha Schultheiß, des Verstorbenen über. 1614 erbte der Sohn Johann Friedrich Gelderich das Gut.
Ein Hans Wilhelm Gelderich von Sigmarshofen erscheint am 20.März 1623 als Besitzer des Hofes. Geboren wurde er am 14. Mai 1583 in Ravensburg als Sohn des Hans Friedrich und der Margaretha Schulthaiss."

Hans Wilhelm Gelderich von Sigmarshofen ist ein für uns sehr wichtiges Familienmitglied, denn er war der erste Geldreich den wir in Frankreich gefunden haben. Er war 1608 geheimer Rat des Fürst zu Württemberg und begleitete diesen auf seinen Wegen. Einen Sitz hatte der Fürst in Mömpelgart, das heutige Montbéliard in Frankreich. Dort war Junker Hans Wilhelm Gelderich von Sigmarshofen auch Mitglied des Stadtrats und 1615 Führer der Stadtwache. Am 08.01.1618 wurde er Bürgermeister und Vogt (Gerichtsverwalter bzw. Schirmherr des Gemeindebezirks) von Mömpelgart.

1618 war gleichzeitig der Ausbruch des dreißigjährigen Krieges. Der Kampf zwischen Katholiken und Protestanten war ebenfalls ein Kampf zwischen Habsburg (Österreich), das die Katholiken unterstützte und den Prinzen von Württemberg, die Protestanten unterstützten. Da die Geldreich Protestanten waren mussten sie fliehen und folgten dem Herzog von Württemberg.

Übrigens schreibt A.Dreher in einem Kapitel, dass 1629 kein Geldreich mehr in Ravensburg anwesend war…

In dieser Zeit befanden sich aber auch noch einige Geldreich auf dem Schloß Wolfsberg; dort blieben sie ungestört, denn der Wolfsberg war ein Freisitz. Wir finden sie aber auch in der Gegend von Straßburg wieder.

Alles ist verständlich. Ravensburg war eine Österreichische Stadt unter Habsburger Herrschaft, also katholisch. Montbéliard war ein Württembergisches Fürstentum, also protestantisch. Straßburg war eine Reichsstadt, ebenfalls protestantisch.

Im Verlauf des Konfliktes verkündete der Kaiser am 06. März 1629 die Rückerstattung der kirchlichen Güter an die Katholiken, was eine allgemeine Berohung für den deutschen Protestantismus hervor hob. Ein Konflikt gab es nur in Straßburg, das sich erlaubte, diesem Edikt nicht zuzustimmen.

Beim Eingriff der Schweden (1630-1634) unterwirft sich Straßburg im Juni 1632. Der schwedische General Gustave HORN wurde als „Freund“ in Straßburg empfangen. Hier ist zu bemerken, dass einer unserer Vorfahren sich den schwedischen Gruppen angeschlossen hatte. Im Heft 84, „Thurgauische Beiträge zur vaterländischen Geschichte, Kapitel „Geschichte vom Schloß, Freisitz und Gut Wolfsberg“ schreibt Jakob Hugentobler: Ein Angehöriger des Geschlechts soll während des Dreißigjährigen Krieges, wohl 1633 bei der Belagerung von Konstanz durch General Horn, in einem Gefecht bei Wollmatingen gefallen sein. (Mitteilung durch Amt Ravensburg). Also gehen wir davon aus, dass sich dieser Geldreich zuvor in Straßburg befand, denn General Gustave Horn verließ 1633 das Elsaß.

Daraus kann folgendes geschlossen werden: Die rund um Straßburg liegenden Orte, Durbach, Oppenau, Haguenau und Weitbruch wurden von Straßburg verwaltet, standen also unter ihrem Schutz. Da das Volk der Habsburger Drohung geflohen war, hat es Schutz in dieser Gegend gesucht.

Am 22. Oktober 1634 wurde der Vertrag von Worms zwischen Frankreich und Schweden unterschrieben. Dieser Vertrag versichert dem König zu Frankreich die Nutzung der Rheinbrücke und die Freiheit aller Elsässischen Städte. Das Elsaß befindet sich unter französischem Schutz (1634 – 1648) und Frankreich belagert die Rheinseite von Basel bis Mainz.

Nach dem Frieden von Westfalen vom 24. Oktober 1648 ist Elsaß französisch geworden. Dennoch blieben Straßburg und Mühlhausen abseits dieses Vertrages. Erst viel später wurden auch diese Städte französisch.

Junker Hans Wilhelm Gelderich von Sigmarshofen ist am 25.01.1651 gestorben und wurde in dem Baseler Münster bestattet. Sein Sohn Georg Leopold erbte den Wolfsberg. Georg Leopold, ebenfalls sehr bekannt in der Gegend Montbéliard, stammte aus erster Ehe von Hans Wilhelm und Elisabeth Waldner von Freudendstein, Baron und Adeliger am Hof vom Fürst zu Württemberg Georg II. Er kaufte 1667 das Dorf Allenjoie süd-östlich von Montbéliard.

Straßburg blieb freie Reichsstadt bis 1681 und wurde durch Ludwig XIV. einverleibt. Montbéliard und Allenjoie gehörten bis 1793 zum Fürstentum Württemberg.

Anscheinend haben die Geldreich es bevorzugt, Deutschland und den Herzögen von Württemberg treu zu bleiben. Weit von ihren Heimatorten, (Schwarzwald, Elsass und Franche Comté) haben sie ihre Güter erst nach dem dreißigjährigen Krieg veräußert.

- Der Wolfsberg wurde 1701 verkauft.
- Das Haus in Ravensburg 1728.
- Die Burg Sigmarshofen 1735.
- Das Schloß in Allenjoie in 1743.

Ein anderer Zweig ist nach Russland gezogen. Leider wissen wir nicht viel über diese heutige Familie Göldrich, denn die strengen Gesetze, erlaubten privaten Personen nicht, Unternehmungen jeglicher Art in Richtung Ahnenforschung zu treiben, was gleich mit Spionage-Verdacht verbunden war. Wir sind in Kontakt mit einem Mitglied dieser Familie und hoffen bald mehr darüber zu erfahren.

Die Eroberung der Neuen Welt (die vereinigten Staaten von Amerika) zwischen Mitte und Ende des 19. Jahrhunderts hat auch Geldreich’s angezogen. Alle die bisher uns bekannten Zweige stammen entweder aus Oberkirch / Schwarzwald oder aus Weitbruch im Elsaß.

Zum Schluss kann noch vermerkt werden, dass nicht nur der Krieg und seine Konsequenzen, Epidemien, Ausbruch der Pest, Hungersnot und vieles mehr, Gründe für Umzüge vieler Familien war, sondern auch nicht zu vergessen sind die Hochzeiten. Nach einer Bindung war es üblich, dass man sich im oder in der Umgebung des Geburtsortes der Frau nieder gelassen hat.

Heute lebt der größere Teil der Geldreich in Frankreich, in der Gegend von Haguenau und in Deutschland / Oberkirch im Schwarzwald.
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