Das Schloß in Allenjoie.


Montbéliard um 1650.


Wie Alfons Dreher erwähnte ist ein Geldreich 1608 nach Frankreich gekommen. Es handelte sich um Hans Wilhelm Geldrich von Sigmarshofen. Nach unseren Kenntnissen war er der erste Geldreich in Frankreich.

Geboren wurde er am 14. Mai 1583 in Ravensburg als Sohn des Hans Friedrich und der Margaretha Schultheiß. Er war 1608 geheimer Rat des Fürst zu Württemberg und begleitete diesen auf seinen Wegen. Ein Sitz hatte der Fürst in Mömpelgart, das heutige Montbéliard in Frankreich. Dort war Junker Hans Wilhelm Gelderich von Sigmarshofen auch Mitglied des Stadtrats und 1615 Führer der Stadtwache. Am 08.01.1618 wurde er Bürgermeister und Vogt (Gerichtsverwalter bzw. Schirmherr des Gemeindebezirks) von Mömpelgart. Auf dem Schlossgelände in Montbéliard befindet sich das ehemalige städtische Verwaltungsgebäude worin sich heute eine Musikschule befindet und besichtigt werden kann.
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Das Gebäude wurde 1597 zum Empfang der Verwaltungsmitglieder und Höflinge gebaut und wird auch „Unterkunft der Adligen“ genannt. Mit höchster Sicherheit ging Hans Wilhelm G. in diesem Haus ein und aus.




Siegel des Hans Wilhelm Gelderich von Sigmarshofen. Das Foto wurde von einem Dokument welches im Stadtarchiv von Montbéliard liegt genommen.





Unbestritten war Hans Wilhelm, der Geldreich, der am meisten reiste. Wir finden ihn nicht nur in Montbéliard, sondern auch auf dem Wolfsberg in der Schweiz. Er erscheint am 20.März 1623 als Besitzer des Hofes. Er hinterließ der Wolfsberg seinen beiden Söhnen Ludwig Friedrich und Georg Leopold. Nach der Teilung vom 27. März 1657 fiel der Wolfsberg dem jüngeren Georg Leopold zu.

Am 04. August 1629 war Hans Wilhelm Besitzer einer Pforte in der Nähe von St. Pierre in Montbéliard. Diese Pforte die sich an der Kreuzung der Rue de la mouche und der  Rue cuvier befand besteht heute nicht mehr. Saint Pierre war ein Stadtviertel welches nur über eine kleine Brücke zu erreichen war.







Hans Wilhelm Geldrich von Sigmarshofen ist am 25. Januar 1651 gestorben und anschliessend im Basler Münster bestattet worden.

Die Fotokopie ist ein Auszug aus dem Johannes Tonjoia, Basilea Sepulta... Basel 1661, Seite 93 abgedruckten Textes, mit der Inschriften von seinem Grabstein und seinem Epitaphium.











Der jüngste Sohn von Hans Wilhelm, Georg Leopold war in und um Mömpelgart ebenfalls bekannt. Aus erster Ehe (01. August 1618) von Hans Wilhelm G. v. Sigmarshofen und von Elisabeth Waldner von Freundstein stammend, kaufte Georg Leopold 1667 das Dorf Allenjoie süd-östlich von Montbéliard.

Das Schloß von Allenjoie, welches am 14. Juni 1739 von Maximillane Guellderich von Sigmarshofen (Tochter von Georg Leopold) als Besitz aufgelistet wurde, wurde auf 70000 Pfd Francs geschätzt, was zu damaligen Zeiten eine erhebliche Summe bedeutete.

Wie es im städtischen Wörterbuch „dictionnaire des communes du Doubs“ auf der Seite 84 zitiert wird, war Georg Leopold Gueldrich von Sigmarshofen Freiherr und Baron am Hof des Prinzen Georges II von Montbéliard.

Standort Allenjoie, das Schloß, die dazugehörigen Gebäude um dieses, ein Turm in dem sich das herrschaftliche Gefängnis befand, darüber liegend ein Taubenschlag, und rundum durch einen doppelten Graben abgesichert. Zwischen den zwei Gräben lag ein Gemüsegarten. Ein Obstgarten im Westen, außerhalb der Einfriedung, verbunden mit der Allee, die an den Stallungen zum Schloß führte.“

Das Schloß wurde für 70000 Turnier Pfd., in Folge von Schulden durch den Graf Leopold Eberhard von Sponeck und Maximiliane Gueldrich von Sigmarshofen sowie ihrer Tante, verkauft. Der Kaufvertrag sagt folgendes aus:

…, dass herrschaftliche Gut erworben durch die Herren... Baron Melchior von Reinach vom Edle Georges Léopold Gueldrich von Sigmarshofen, Großvater mütterlicher Seite von Herrn Graf von Sponeck.

Es wird am Schluss des Vertrags gesagt, 70000 Turnier Pfund die vom Edle Röttlin, Käufer, bezahlt wurden,…. zuerst 42 300 Pfund die der Edle Verkäufer ihm schulde, danach 19300 Pfund an die Kirchen von Montbéliard, denen sie diese Summe ebenfalls schuldeten, und dann noch 2000 Pfund an die Dame Elisabeth la Chaume Dodelan, (seine Schwägerin) Frau des Edlen Sattler. Denn Léopold Eberhard Graf von Sponeck war mit Dame Alexandrine Catherine la Chaume Dodelan verheiratet. (sie wird auch im Vertrag zitiert).

In diesem Vertrag hatte Emmanuel Röttlin, Rechtsbeauftragter von Colmar, die Aufgabe die Gläubiger zu betreuen und die Restsumme von 6400 Pfund  dem Verkäufer zu übergeben. Also ist anzunehmen, dass es sich um eine  Zwangsversteigerung handelte...

Der letzte Nachkommen der Geldreich von Allenjoie ist sicherlich Maximilliane Geldrich von Sigmarshofen.
In einem Dokument welches im Landesarchiv vom Doubs in Besancon / Frankreich aufbewahrt wird, beantragt Maximilliane, nach dem Verkauf des Lehens, die Genehmigung Allenjoie zu verlassen, um sich in Basel / Schweiz, mit Verzicht auf ihr Adelsrecht, als normale Bürgerin nieder zu lassen.
In diesem 13 seitigem Dokument, konnten wir ihre Geburtsurkunde finden. Maximilliane wurde 1684 geboren und ihr Exil in Basel ist auf das Jahr 1741 datiert.
Mit 57 Jahren war Maximilliane unverheiratet.
In einem anderen Dokument, ebenfalls im Landesarchiv vom Doubs in Besancon / Frankreich, städtisches Archive von Allenjoie, steht geschrieben, daß Maximilliane, wohnhaft in Basel / Schweiz, ihr Vermögen welches von Allenjoie übrig blieb, sie tauschte oder an die Armen im Dorf verschenkte.

Wie wir feststellen, ist die Familie Geldreich mit der Familie von Sponeck verwandt. Der Name Sponeck sagt Ihnen vielleicht nichts, wenn wir Ihnen aber vom Fürst zu Württemberg und dem Prinz von Montbéliard erzählen ist der Name ein Begriff. Eleonore, Tochter von Georg Léopold Geldrich von Sigmarshofen, war mit Johann Rudolph, Graf von Sponeck, verheiratet.

Johann Rudolph war der Bruder von Anna Sabina, Gräfin von Sponeck und Frau vom Fürst zu Württemberg und Prinz von Montbéliard.

Man findet den Namen Anna Sabina auf dem Wolfsberg wieder. Das Schloß wurde ihr, nachdem Georg Léopold es geerbt und weiter veräusserte, geschenkt.

Der Wolfsberg hatte somit nicht ganz die Familie Geldreich verloren da er in die Hände der Schwägerin von Eleonore, eine geborene Geldrich von Sigmarshofen, fiel.

Wenn Sie mehr über diese Familie von Sponeck erfahren möchten, laden wir Sie ein die Home page der Sponeck zu besuchen: http://familytreemaker.genealogy.com/users/v/o/n/Geoff--Von-sponneck/

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