Home

Oberkirch, eine Kleinstadt in Deutschland / Schwarzwald.

Im Buch "Schoppenwihr et son Chartrier" von Paul Huot, Ausgabe von 1863, steht geschrieben, dass im Jahre 1623 Hans-Wilhelm Geldrich von Sigmarshofen seinem Vetter Frédéric-Jean de Brinighoffen ein Viertel seiner Lehnsgüter abtrat. Die Lehnsgüter, die sie gemeinsam in Kintzheim, in Kaysersberg, in Strassburg, in Oberkirch sowie in Schoppenwihr besaßen, hatten insgesamt einen Wert von 11000 Gulden. Hans-Wilhelm Geldrich von Sigmarshofen wurde demnach noch vor 1623 Besitzer dieser Güter.

Weiterhin ist in diesem Buch zu lesen, dass der Ort Schoppenwihr Wolf Bastien Reich von Reichenstein gehörte. Im XVII. Jahrhundert ging der Ort nacheinander zuerst in den Besitz von Wolf Sébastien von Ferrette über, dann in den seiner beiden Neffen Frédéric-Jean de Brinighoffen und Hans-Wilhelm Geldrich von Sigmarshofen. Die Familie von Ferrette ist die Familie der Ehefrau von Hans-Wilhelm, da die Mutter von Elisabeth Waldner von Freundstein Lucie von Ferrette die Schwiegermutter von Hans-Wilhelm war.

Betrachten wir diese Kleinstadt Oberkirch etwas näher, in der Hans-Wilhelm Geldrich von Sigmarshofen Lehnsgüter besaß. Oberkirch liegt in einem schönen Tal, ganz in der Nähe des Rheins, des Elsass sowie mitten im Schwarzwald auf der Achse von Strassburg - Freudenstadt im Mittelschwarzwald.

Die Landwirtschaft Oberkirchs ist durch Wein- und Obstbau geprägt. Über der Stadt Oberkirch erhebt sich als markantes Wahrzeichen die Schauenburg auf einem Bergvorsprung oberhalb des Dorfes Gaisbach, einem heutigen Stadtteil von Oberkirch. Unter dem Schutz dieser Festung hat sich die Stadt zum Zentrum des Renchtals entwickelt. Von dort oben hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Rheinebene bis weit hinter Straßburg im Elsass.

Kennt man die Geschichten und die Herrschaften der Schauenburg und die der Geldrich von Sigmarshofen, so findet man eine Bindung der Geldrich von Sigmarshofen an die Stadt Oberkirch. Außerdem leben heute viele Mitglieder der Familie Geldreich in Oberkirch. Nur Zufall? Wir glauben es nicht. Diese Verbindung zwischen den Geldrich von Sigmarshofen und der Stadt Oberkirch ist die Familie Reich von Reichenstein. Am 3. Februar 1603 in Niederhergheim (im Süden von Colmar) heiratet Johann Jakob Reich von Reichenstein eine gewisse Judith von Schauenburg. Sie ist die Tochter von Ulrich Theobald von Schauenburg. Siehe auch: http://www.wessenberg.at/archivs/pruntrut.htm

1618 werden im Ehevertrag von Hans-Wilhelm Geldrich von Sigmarshofen und Elisabeth Waldner von Freundstein Hans Christoph von Baerenfels und Wolf Sebastien von Ferrette genannt. Letzterer vermachte Schoppenwihr seinen beiden Neffen, Frédéric-Jean von Brinighoffen und Hans-Wilhelm Geldrich von Sigmarshofen. Erworben wurde Schoppenwihr von Wolf Bastien Reich von Reichenstein.

Dank der Archivierung sämtlicher Unterlagen über Schoppenwihr sowie besonders mit dem Buch "Schoppenwihr et son Chartrier" können einige familiäre Verknüpfungen nachgewiesen werden. Unter anderem liegt zwischen diesen Unterlagen ein Dokument, durch welches hervorgeht, dass es während eines Prozesses (im XVII.Jh.) zwischen den Ferrette und den Brinnighoffen wegen diesem Gut zum Streit kam. Es ist folgendes zu lesen: "Das ländliche Gut genannt Schoppenwihr gehörte dem Hause von Reichenstein, und aufeinanderfolgend dem Wolf Sébastien von Ferrette zur Hälfte..." Eine Verbindung zwischen den Familien Reich von Reichenstein, von Ferrette, Waldner von Freundstein und Geldrich von Sigmarshofen existiert also wirklich.
Eine Verbindung zwischen den Familien Reich von Reichenstein, von Ferrette, Waldner von Freundstein und Geldrich von Sigmarshofen existiert wirklich und diese Verbindung ist familiär.

Die Reich von Reichenstein und die von Ferrette sind familiär verbunden. (siehe Aufeinanderfolge Besitztum Schoppenwihr). Die von Ferrette, die Brinighofen und die Geldrich von Sigmarshofen sind ebenfalls familiär verbunden, genauer gesagt, Onkel / Tante / Neffe / Nichte und Cousin / Cousine. Die Verbindung zwischen Ferrette, Waldner von Freundstein und Geldrich von Sigmarshofen wurde durch die Ehe von Elisabeth Waldner von Freundstein mit Hans-Wilhelm Geldrich von Sigmarshofen 1618 noch verstärkt.

Wie bereits erwähnt, gab es im Jahr 1603 die Eheschließung zwischen Judith von Schauenburg und Johann Jakob Reich von Reichenstein. Etwas früher, 1559, erfolgte bereits eine weitere Ehe zwischen der Familie von Schauenburg und der Familie Brinighofen, eine mit den Geldrich verschwägerte Familie. Veronique von Brinighofen, Tochter von Wolf-Didier, heiratete in die Familie von Schauenburg. Noch früher, nämlich 1412, gab es eine Ehe zwischen Agnes von Fleckenstein und Rudolphe von Schauenburg, der 1425 Vogt in Baden war.

Schlussfolgerung:
Die Stadt Oberkirch, in der heute viele Geldreich leben, war vor 1623 also schon durch mehrere Eheschließungen zwischen der Familie von Schauenburg, die Besitzer des Schlosses oberhalb von Oberkirch, mit den Geldreich / Geldrich familiär liiert.

Daraus lässt sich schließen, dass zwischen den gegenwärtigen in Oberkirch lebenden Geldreich und den Geldrich von Sigmarshofen aus Schoppenwihr eine direkte Verbindung trotz Mangels an Dokumenten wirklich existiert.

Die Verbindung Schoppenwihr - Oberkirch, Geldreich - Geldrich, ist mit den Familienbündnissen notariell bewiesen.

Home